Weihnachtspäckchenkonvoi

Konvoiberichte

Spannend, nachdenklich ... und mit leuchtenden Kinderaugen

Konvoiliebe oder warum ich meinen ziemlich runden Geburtstag im Bus nach Rumänien erlebte

Was bewegt Menschen, sich freiwillig in einen engen Bus mit größtenteils Unbekannten zu setzen und 25 Stunden manche sogar mehr als 36 Stunden und mehrere 1.000 km durch Europa zu kutschieren? Was ist der Grund dafür, dass Menschen einen Teil des Jahresurlaubs dafür aufwenden, einen LKW mit 5.000 Päckchen oder einen Bus mit 50 Personen unentgeltlich in Richtung Südosteuropa zu steuern? Weshalb lassen sie sich darauf ein, in manchmal doch unkomfortablen und sparsam eingerichteten Unterkünften zu nächtigen, freiwillig mit wenig Schlaf auszukommen und anstrengende Schleppereien auf sich zu nehmen. Vor allem aber, sich doch so mancher hochemotionalen, teilweise auch belastenden Situation, die sich in Herz und Hirn brennt, auszusetzen?

Es ist sicherlich so, dass man tief im Inneren eines Jeden oder einer Jeden einen anderen Grund finden wird, der den Impuls gab, sich das erste Mal im KIS als MitfahrerIn oder gar FahrerIn zu registrieren und zum Konvoi anzumelden.

Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass alle etwas Wesentliches gemeinsam haben. Ich nenne es mittlerweile - wie auch einige andere - die »Konvoiliebe«. Ich vermute, dass die meisten sie in sich tragen. In der Regel hatte sie sich schon vor dem Begleiten der ersten Tour als kleiner Funke eingenistet. Bei Einigen stellt sie sich schleichend ein. Bei ganz, ganz Wenigen vielleicht auch gar nicht, weil – wie bei so manchen anderen Dingen im Leben – die Chemie nicht stimmt. Bei Vielen aber knallt sie mit voller Wucht ins Herz und findet dort einen festen Platz.

Und wie war es bei mir? Seit vielen Jahren schon packe ich Päckchen für den Weihnachtspäckchen-konvoi und bezeichne es als mein Herzensprojekt. Das Päckchenpacken in der Voradventszeit ist schon vor langer Zeit zu einem Ritual geworden. Ich packte zu Hause mit den eigenen Kindern, ich packte in Schulen gemeinsam mit Klassenkameraden meiner Kinder und ich packte mit meinen Peiner Ladies. Ich organisierte Spenden und ich »referierte« über den WPK auf Elternabenden und im Familien- und Bekanntenkreis sowieso. Der Funke glimmte also schon ein ganze Weile. Es gab nur eine kleine Sache, mit der ich mich etwas schwer tat. Dies war der Slogan »Lachende Kinderaugen zaubern«, der mir einfach zu platt, zu kitschig, zu klischeehaft war. Deshalb vermied ich ihn weitestgehend bei all meinen »Werbe«-Aktionen für den WPK.

2018 erlebte ich dann die Abfahrt des Konvoi live in Hanau mit, spürte die erwartungsvolle Energie, die Freude und Verbundenheit der Mitfahrer und fühlte mich damals regelrecht zurückgelassen, als ich allen Fahrzeugen hinterher gewunken hatte und das letzte Fahrzeug um die Ecke verschwunden war. In diesem Moment verliebte ich mich in den Konvoi und wollte beim nächsten Mal auch in einem dieser Busse sitzen und Teil dieses kollektiven Erlebnisses sein. Zudem sollte der Abfahrtstag 30.11.2019 ein besonderer Tag für mich werden, denn es ist mein Geburtstag, und in 2019 sogar ein ziemlich runder :-), den ich ganz bewusst mit etwas verbringen wollte, das ich noch nie im Leben vorher getan hatte.

Also meldete ich mich an und war eigentlich von Anfang an davon überzeugt, dass ich mitfahren würde. Durch Mehrarbeit und Urlaubs-einsparung sparte ich mir die Fehlzeiten im Job an und bekam dank meiner frühen Anmeldung tatsächlich einen Mitfahrerplatz im Team Rumänien West mit Ziel Drobeta Turnu Severin im südwestlichen Rumänien.

Und so kam es also, dass ich aufgrund einer »Verliebtheit« meinen ziemlich runden Geburtstag in einem Bus nach Rumänien verbrachte und aufgeregt dem entgegen sah, was da kommen möge. Und da so ein Ehrentag natürlich nicht verborgen bleibt, konnte ich diesen, Dank eines tollen Supports in Passau (Küsschen an Sabine K. aus W.) mit Sekt und Geburtstagsständchen ausklingen lassen.

Die Busfahrt empfand ich insgesamt als »überraschend unkompliziert«. Stopps zum Beinvertreten und MitfahrerInnen kennenlernen sowie Powernaps ließen die Nacht verfliegen und kurz nach Sonnenaufgang erreichten wir Arad in Rumänien.

Hier teilte sich der Konvoi nun in die einzelnen Teams und für mich ging es mit 12 Mitstreitern und drei Mitstreiterinnen, drei LKWs, die knapp 12.000 Päckchen geladen hatten, sowie drei Begleit-fahrzeugen weiter Richtung Drobeta Turnu Severin.

By the way: Das Team Drobeta ist natürlich das allerbeste Team von allen. Aber ich gehe davon aus, dass dies wohl die meisten MitfahrerInnen von ihrem Team sagen werden. Denn auch das ist Teil der »Konvoiliebe«. Durch die gemeinsame Arbeit, die gemeinsamen Erlebnisse und Momente, die jeden ganz unterschiedlich fesseln, entsteht eine Verbundenheit und Solidarität, die man sich vorher kaum vorstellen kann und auch kaum jemanden zu Hause erklären kann. Aus einem Haufen, der in Altersstruktur, Herkunft und Lebenssituation nicht unterschiedlicher sein kann, entsteht sehr schnell eine starke Gemeinschaft, die sich unterstützt und mit großer Gefühlsnähe auch über schwierige Eindrücke hinweghilft. Dies schweißt einfach zusammen und lässt alle ein Stück weit trauern, wenn es nach knapp einer Woche wieder auseinander geht. Um es mit den Worten eines liebgewonnen Teamkollegen zu sagen: Die Konvoiliebe lässt nach der Rückkehr auch eine Ahnung aufkommen, wie sich ein »kalter Entzug« anfühlen muss.

Die Stadt Drobeta Turnu Severin ist eine geschichts-trächtige Stadt mit römischen Wurzeln, die direkt an der Donau liegt, die hier die Grenze zu Serbien bildet. Sie ist eingebettet in die wunderschöne Region Mehedinți, die augenscheinlich auch eine Sommer-urlaubsreise wert ist. Abseits der Stadt in der Bergen Südtranssylvaniens oder den weiten und sanft geschwungenen Hügeln der Walachei liegen aber auch winzige Siedlungen, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Die Luft riecht verraucht von den Holzofenfeuern. Fließend Wasser in den kleinen Häusern der Landbevölkerung oder den Hütten der Roma und Sinti sind eher selten anzutreffender Luxus. Die Lebensverhältnisse sind bescheiden und oft herrscht große Armut.

Drobeta hat glücklicherweise eine sehr hohe Serviceclub-Dichte, deren Mitglieder sich sehr aktiv dem WPK angeschlossen haben und dieses Jahr sogar selbst mehr als 300 Päckchen beigesteuert haben. Das Team Drobeta wird deshalb Vorort durch eine Vielzahl rumänischer Helferinnen und Helfer von Ladies` Circle, Round Table und Club 41 sowie weiterer Freunde unterstützt. Zudem sorgen sie im wahrsten Sinne des Wortes für uns und geben uns kleine Einblicke in die rumänischen Kultur. Dies erleichtert die »Arbeit« Vorort immens und ist zudem ein weiterer, wertvoller Baustein der Konvoiliebe.

Auch über Sprachbarrieren hinweg »trägt« und »fühlt« man sich gemeinsam durch Konvoi-momente, die sich in Herz und Hirn einbrennen und Fremde zu Freunden machen. Der Eindrücklichste dieser Konvoimomente war meine vorletzte Station in einem Kinderpflegeheim, in dem ich zusammen mit meinem Teamkollegen Roland und den beiden rumänischen Ladies Simona und Patricia etwa 20 Päckchen verteilte und gemeinsam mit den teilweise schwerstbehinderten Kindern und dem Pflegepersonal auspackte.

Gemeinsam Lachen und Weinen, das sind die großen Motoren, die die Konvoiliebe pushen. Aber vor allem sind es natürlich die lachenden und strahlenden Kinderaugen. Gezaubert durch dieses bisschen Zuwendung, die wir mit den Päckchen in die Kindergärten, Schulen und Heime bringen.

Ich muss meine ursprünglich geäußerte Meinung zum Slogan revidieren. Er ist kein Klischee, nicht kitschig oder platt. Ich habe bei jedem Päckchen, dass ich persönlich einem Kind überreichen konnte, gesehen, wie sich ein Lächeln in die Augen und die Gesichter hineinzaubert. Ich habe dies bei den Kindern sehen dürfen, aber auch bei den Erziehern und Lehrern, den Eltern und auch bei uns Päckchenüberbringern erleben können.

Der Weihnachtspäckchenkonvoi ist wirklich ein riesiger Zauber, der im Dezember 2019 sogar 173.161fach geschah.....!

»United-Side by side« stemmen Ladies' Circle, Round Table, Tangent Club, Old Tablers und viele Freunde außerhalb der Clubs das gigantische Projekt »Weihnachtspäckchenkonvoi«. Darauf können wir meiner Ansicht nach zurecht Stolz sein! ...und ganz besonders verliebt! # Konvoiliebe

Stefanie ACT 48

Der Weihnachtspäckchen Konvoi ist erwachsen

Bereits das 18. Mal haben Ladies, Tabler und WPK-Freunde aus ganz Deutschland in Schulen und Kindergärten Kinder motiviert, Weihnachtspäckchen für bedürftige Kinder in Rumänien, der Ukraine, Moldawien und Bulgarien zu sammeln. Selbst in Seniorenheimen wurden mit viel Eifer Päckchen gepackt.

Zum 18. Geburtstag startete der Weihnachtspäckchenkonvoi am 1. Dezember in Hanau. Trotz des Aufrufs zu mehr Qualität statt Quantität konnte die Zahl der Päckchen dieses Jahr noch einmal auf 156.237 Päckchen gesteigert werden. Das bedeutet, dass seit Beginn des WPKs vor 18 Jahren bis heute 1 Million Mal Kinderaugen zum Strahlen gebracht werden konnten.

Der Transport der Päckchen erfolgte in 32 LKWs. Verteilt werden die Päckchen von 254 Helfern, die sich in 6 Bussen und einigen Begleitfahrzeugen auf eine tagelange Reise gemacht haben.

Eine besondere Herausforderung für das Konvoi-Team war dieses Jahr das vor kurzem ausgerufene Kriegsrecht in der Ukraine. So konnten aus Sicherheitsgründen einige Ziele dort nicht angefahren werden. Mit einer beeindruckenden Teamleistung konnten jedoch alle Päckchen und Helfer auf andere Routen verteilt werden. Alle Mitfahrer werden sicherlich mit unvergesslichen Erinnerungen in einer Woche wieder nach Hanau zurückkehren.

Aber auch bei denjenigen, die nur die Stunden vor der Abfahrt geholfen haben, die Busse mit Proviant zu beladen und den WPK zu verabschieden, bleiben Momente des Staunens über die perfekte Organisation und Logistik, vor allem aber eine besondere Gänsehaut und Tränen der Ergriffenheit. Die Stunden vor der Abfahrt des Konvois zu erleben, ist allein schon eine Reise nach Hanau wert.

Stefanie ACT 48 und Karen ACT 31

 

Mein erster WPK

Mitgefahren bin ich, weil ich nach zwölf Jahren Organisation der Päckchen vor Ort in Mölln einmal in leuchtende Kinderaugen schauen wollte, um neue Motivation für mein Tun zu schöpfen.

Die Lehrer und Kindergartenbetreuerinnen informieren, wie der Inhalt der Päckchen auszusehen hat, bei dem Packen den Kindern über die Schulter zu schauen, ob auch Zahnbürste mit Paste, Buntstifte und Schreibpapier mit eingepackt werden, die Geschenke den richtigen Aufkleber nach Alter und Geschlecht erhalten, dann der Transport in unsere Halle, das Sortieren der Päckchen in die Umkartons. Letztlich das Stapeln auf Paletten und Verladen in den Lkw, »side by side« mit den Damen vom Ladies Circle und Tangent sowie den Round Tablern, den Old Tablern und »friends« erfüllen wir diese Aufgaben.

Also habe ich mich über das Portal des KIS (Konvoi-Information-System) angemeldet und tatsächlich eine Teilnahmebestätigung erhalten, bin voller Vorfreude nach Hanau gefahren und war am Abreisetag von der Menge der Mitfahrenden überrascht. Mit 130 Personen in 32 Lkw, 6 Bussen und 5 Begleitfahrzeugen machten wir uns mit 156.000 Päckchen auf den Weg gen Südosteuropa. In Passau wurden wir von den dortigen befreundeten Serviceclubs mit Suppe und Kuchen beköstigt und anschließend ging es über Nacht durch Österreich und Ungarn nach Rumänien. Einige Lkws fuhren weiter nach Bulgarien, Moldawien und kurz hinter die ukrainische Grenze, unser Weg führte nach Brasow, nördlich von Bukarest.

Dort angekommen luden wir die Paletten mit Hilfe der ansässigen Tabler aus den Fahrzeugen in eine Halle, die ein Old Tabler zur Verfügung stellte. Untergebracht wurden wir mit den elf Teilnehmern unserer Gruppe »WPK-Brasow-City« bei Michaela, einem Mitglied des dortigen TC, uns erwartete Homehosting vom Feinsten, wir wurden umfänglich bewirtet, wir schliefen in Betten, nicht in Schlafsäcken und auch der Nikolaus hat uns am 6. Dezember beschert. Wir hatten Glück, andere Teilnehmer übernachteten in Häusern der Caritas und verpflegten sich selbst.

In den nächsten Tagen luden wir die Umkartons in Kleinlaster um, der RT Brasow hatte sich nach der Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der jeweiligen Einrichtung erkundigt. Über Landstraßen und teils landwirtschaftliche Nutzungswege ging es zu Kindergärten, Schulen und Waisenheimen. Dort in den ländlichen Regionen angekommen, sahen wir oftmals Gänse und Rinder auf den Schotterwegen des Dorfes, alte Frauen, die sich aus ausgehöhlten Bäumen auf der Straße ihr Wasser holten. In den Kitas und Schulklassen standen nur Holzöfen zum Beheizen, die Schulmöbel waren schon in die Jahre gekommen. Die Waisenheime – in einem Heim waren 150 Kinder ab 3 Jahren und Jugendliche bis 24 Jahren untergebracht – waren in der Regel gut ausgestattet. Die betreuende Ordensschwester hatte Tränen in den Augen, als wir die Geschenke übergaben und teilte uns mit, dass die Kinder nie Besuch bekommen; daher war es verständlich, dass innige Umarmungen als Dankeschön uns erreichten.

Die Kinder sangen uns Weihnachtslieder vor – die Stimme eines Jungen hat mich als Chorsängerin fasziniert – sagten brav Gedichte auf und freuten sich sodann mit strahlenden Augen auf ihre Geschenke, die wir verteilten. Oftmals erlaubten die Lehrer das Öffnen der Päckchen und der Augenblick des Hineinschauens und Auspackens war das Erlebnis für die Beschenkten. Mit kindlicher Begeisterung wurden Kuscheltiere, Autos, Spielzeug aller Art gefunden und dankbar an sich gedrückt. Auch die Zahnbürste mit Paste und das Duschbad wurden entdeckt, nur hier fragten sich einige Kinder, was das sei.

Höflich und mit Zurückhaltung beobachteten wir das Treiben und waren stark von den Emotionen der Kinder beeindruckt, was uns sichtlich berührte. Leuchtende Kinderaugen sah ich und somit erfüllte sich meine Intension der Teilnahme am WPK.

Petra ACT 47

Eine Woche Petrosani

In den letzten Jahren haben wir vom ACT 100 mit viel Freude Päckchen für den Weihnachtspäckchenkonvoi gepackt. Wir haben immer mal wieder über das Thema Mitfahrt gesprochen, aber es blieb ohne Folgen. Dieses Jahr im Sommer hat mich eine Lady gefragt, ob ich nicht Lust hätte mitzufahren. Ich überlegte einen Augenblick und schon war ich dabei mich anzumelden.

Und kaum 2 Monate später ging es dann auch schon los. Als dann endlich die Tasche gepackt war und mein Mann Ursula (ACT 55) und mich nach Hanau gefahren hatte, hätte die Nervosität nicht größer sein können. Der richtige Bus war schnell gefunden. Danach wurden noch ein paar Bilder mit uns vor den LKWs fotografiert und schon konnte es losgehen. Die Abfahrt des Konvoi in Hanau war schon ein riesiges Spektakel, obwohl wir – die Mitfahrer – im Bus die Länge des Konvois nur erahnen konnten. Es gibt ein Video von der Abfahrt des Konvois – 4.10 Minuten lang, das sagt alles. Das Video findet ihr auf der Facebookseite vom WPK.

Wir (Ursula und ich) waren dem Team von Hartmut nach Petrosani zugeteilt worden – Danke Nein, brauche heute kein Einzelgespräch – lieber Hartmut. Nach der Fahrt von Samstag früh durch die Nacht zum Sonntag hat sich der Konvoi in Arad in die einzelnen Teams aufgeteilt. Nach einer kurzen Pause fuhren wir in kleinen Transportern und Bussen mit 2 LKWs voller Päckchen weitere 4 Stunden bis zur Ankunft in Petrosani. Wir wurden sehr herzlich von Alex und seinem Caritas-Team empfangen und gleich mit einem späten Mittagessen im Caritas-Haus verwöhnt – so wie jeden Mittag.

Jeden Morgen gaben uns die Mädels der Caritas die Zahl der Päckchen für unsere jeweilige Tour an, welche wir dann in die Transporter luden. Wir sind jeden Tag in zwei Teams zu unterschiedlichen Institutionen gefahren und haben dort die Päckchen an die Kinder verteilt. Am zweiten Tag mussten wir sogar 400 Päckchen für eine Tour in den Transporter packen und haben uns gefühlt wie der Weihnachtsmann. 

Wir haben an 3 Tagen von früh bis spät, Päckchen an Kinder in Grundschulen, Kindergärten, Tagesstätten, Waisenhäuser, Krankenhäuser, im Maria-Stein-Haus (Caritas) und in Familien verteilt. Den Kindern beim auspacken geholfen und uns mit ihnen über die Inhalte gefreut, Mitgespielt, am Duschgel gerochen oder einfach nur dabei gesessen, das Zusammensein mit den Kinder genossen oder ihnen zugeschaut wie sie sich über IHR Päckchen freuten. Oft haben wir auch noch kleine selbstgebastelte Geschenke bekommen, wie z.B. einen Weihnachtsbaum aus Styropor, den Stefan und Florian anschließend in ihrem Truck nachhause gefahren haben.

Oft hat der Inhalt auch 100prozentig zum beschenkten Kind gepasst. Leider gab es aber auch immer mal wieder Päckchen die nicht so schön waren – voller Werbegeschenke oder nur Bekleidung – Kinder mögen Süßes oder was zum Spielen! Der traurige Blick des Kindes hat schon weh getan. Aber wir haben Süßigkeiten oder Stofftiere, die wir dabei hatten, nachgelegt und konnten so einigen doch ein kleines Strahlen auf das kleine Gesicht zaubern. Besonders bewegend waren für mich die Besuche in den Familien, die sehr einfach leben. Aber auch hier haben uns strahlende Kinderaugen begrüßt und verabschiedet.

Es war eine anstrengende Woche in einem super Team, mit vielen lustigen Stunden, tollen Menschen und besonderen Momenten, an die wir sicher immer wieder gerne zurück denken werden. Ich bin sehr stolz und dankbar dabei gewesen zu sein. Und wenn ich es mir einrichten kann, bin ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei.

Dagmar ACT 100

»Du kannst doch LKW fahren und hilfst gerne, ich brauche noch nen Beifahrer« – das war die Geburt einer unvergesslichen Reise! Als Friend durfte ich miterleben, welchen Weg die eigenen Päckchen der letzten Jahre gegangen sind. In Petrosani angekommen, wurde aus einem zusammen gewürfelten Haufen im nu eine Familie mit dem Ziel, Kinder glücklich zu machen! Und genau das haben wir geschafft!!! Danke »meine« Familie!!!

Florian

Wir sind zurück und der Weihnachtspäckchenkonvoi 2017 ist eigentlich vorbei, dennoch steckt der Körper noch voller Emotionen, der Kopf voller Gedanken und Bilder und dies wird sicherlich noch eine Zeit anhalten. Das ist gut so! Mit 132.000 Weihnachtspäckchen waren an der Aktion nicht nur die 240 Helfer und Mitfahrer beteiligt, sondern auch Eltern, Großeltern, Geschwister, Familie und Freunde bei den Packenden und den Beschenkten! Und dass sowohl hier in Deutschland, als auch dann bei uns in Rumänien, in Bulgarien, Moldawien und in der Ukraine. Plötzlich sind dann schon über eine Million Menschen daran beteiligt. Und wir durften live dabei sein!
Für mich ein Highlight in diesem Jahr, als wir in Betania im Waisenhaus von den Kindern erkannt und schon fast als Familien-Mitglieder empfangen worden sind. Neben den Geschenken bringen wir unsere Zeit, Freundschaft und Liebe mit ein. Und bekommen dies dann doppelt zurück geschenkt! Das ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr und daher bin ich auch im nächsten Jahr wieder mit am Start.
Ein anderes Geschenk sind die Menschen, die wir auf dem Konvoi kennenlernen. Es wird über so vieles gejammert und sich beschwert, und plötzlich dürfen wir eine Woche verbringen, deren Ziel es ist, Kinder glücklich zu machen. Alles andere tritt in den Hintergrund!

Hartmut

Es gibt Begegnungen im Leben in denen man das seltene Glück hat, dass sich all das vereint, was irgendwie zusammen gehört. Dieses Empfinden hatte ich als Mitglied des Weihnachtspäckchenkonvoi-Team in Petrosani. Das Erlebnis, den Kindern ihre Päckchen überreichen zu können und die Gefühle und Momente zusammen mit dem Petrosani-Team erleben zu dürfen, sind für mich einzigartig und prägend. Selten bin ich Teil einer derart harmonischen Gruppe gewesen, die mit so viel Empathie, Liebe und einem gewissen Maß an Gelassenheit ihre Reise in eine andere Welt angetreten ist. Es war für mich ein Glücksmoment zu erfahren, dass das gemeinsame Ziel, Liebe mittels eines kleinen Weihnachtspäckchen zu verschenken, so viel mehr bedeuten und bewirken kann, wenn die handelnden Menschen auch miteinander sensibel und liebevoll umgehen. Dies habe ich erleben dürfen und dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar. Es ist gut zu wissen, dass es immer noch Menschen gibt, die ihr Gegenüber so akzeptieren, wie er/sie ist und ihre Herzen denen gegenüber nicht verschließen, die unserer Hilfe benötigen. In diesem Sinne würde ich gerne wieder mit allen im neuen Jahr nach Petrosani fahren und dort den Kindern ein Leuchten in die kleinen Augen zaubern. Ich glaube man kann sagen, dass wir in unserem Bewusstsein bereits »Eine Idee weiter« waren.

Helmer

Die Woche in Rumänien war für mich besonders, vor allem aber lehrreich. Denn bei allen finanziellen und materiellen Einschränkungen mit denen die Kinder dort leben, haben sie sich eine positive Lebenseinstellung bewahrt, die beeindruckt. Die Fähigkeit, sich über Kleinigkeiten zu freuen, geht uns hierzulande leider zu häufig ab. Die Fahrt mit dem Weihnachtspäckchenkonvoi erdet. Was ich für mich persönlich aus der Woche mitnehme? Eine gewisse Gelassenheit, mit den alltäglichen »Problemchen« umzugehen, die so wichtig meist doch gar nicht sind.

Kerstin

Dieser WPK war meine vierte Reise ans selbe Ziel. Zuerst war ich ein bisschen enttäuscht, dass ich schon wieder ans gleiche Ziel fahre. Es hat sich jedoch schnell gezeigt, dass jeder Konvoi anders ist und somit nicht langweilig. Neue Einrichtungen, neue Mitfahrer und viele neue überglückliche Kinder. Die strahlenden Augen lassen einen die Strapazen dieser Woche schnell vergessen. Im Nachhinein betrachtet, zahlt es sich eigentlich aus, dass man mehrmals an den gleichen Ort fährt. Die Kinder kennen einen, rennen auf einen zu und freuen sich, dass man wieder zu ihnen kommt. Der Weihnachtspäckchenkonvoi ist Jahr für Jahr ein gesetzter Termin in meinem Kalender, denn mit dieser einen Woche Engagement, kann man mehr erreichen als mit vielen anderen Aktionen.

Pascal

Ich fand es in den Familien erschreckend wie die in der heutigen Zeit hausen mussten, daran merkt man was Korruption und Geldgier seitens der Regierung für Folgen hat. Es war in allem eine sehr anstrengende und erfahrungensreiche Woche. Ich bin froh, dass ich bei meiner ersten Tour in ein so geniales Team eingeteilt wurde. Besonders hat mir aber auch Gefallen, dass wir alle gleich waren, egal wo man her kommt. Wenn es seitens meiner Umschulung nächstes Jahr funktioniert, fahre ich wieder mit.

Rene

Es ist ein wunderbares Erlebnis, gemeinsam mit den Kindern die Weihnachtspäckchen zu erkunden und dabei in die glücklich lächelnden Gesichter der Kinder zu blicken, die sich über Zahnbürsten und Duschgel genauso freuen wie über Spielsachen und Süßigkeiten. Die Freude der Kinder, das aufgeregte Lächeln und die strahlenden Augen zeigen eindrucksvoll, dass sich alle Mühen im Vorfeld gelohnt und wir die Welt dieser Kinder vor Weihnachten gemeinsam etwas fröhlicher gemacht haben. 

Stefan

Vor ein paar Jahren kam Marcus vom RT 84 St. Pauli zu unserem Tischabend und hat sehr emotional von seinen Erlebnissen beim Weihnachtspäckchenkonvoi berichtet. Mein Interesse und mein Wunsch dabei sein zu können wurde geweckt. Nun musste ich noch ein paar Jahre warten bis das OK meiner Frau – kurz vor der Weihnachtszeit für eine Woche ohne meine drei Kinder wegzufahren – kam... Dann bot sich die Gelegenheit und ich griff zu ohne große Erwartungen zu haben. Ich fuhr mit einem mir fremden Team nach Petrosani. Gemischt aus Tablern, Ladies, Tangents, Old Table und anderen Freiwilligen. Nach kurzer Zeit freundeten sich alle an und es entstand ein neues gemeinsames WIR. Gemeinsam verteilten wir tausende von Geschenken an Kinder, teilweise in Waisenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Schulen, Kindergärten und auch zu Hause. Es ist ein so unbeschreiblich tolles Gefühl in die dankbaren, leuchtenden Kinderaugen zu schauen und man vergisst schnell die Strapazen von über 30 Stunden Anreise. Mir wurde schnell bewusst, dass wir die Welt hier in unserer europäischen Nachbarschaft nicht ändern können – jedoch den Kindern ein paar schöne Momente schenken können. Das schönste Geschenk erhielt jedoch ich nach meiner Rückkehr – natürlich haben sich meine 3 Kinder und meine Frau über mich gefreut – meine Frau jedoch teilte mir mit, dass die Woche ohne mich ok war und ich gerne im nächsten Jahr wieder teilnehmen kann!!

Timor

Es war ja mein erster Konvoi, und ich war und bin noch beeindruckt, wie toll die Organisation geklappt hat. Wir hatten keinerlei Probleme, genug Pausen auf der Fahrt, tolle Stimmung im Bus – alle waren voller Vorfreude auf das was kommt.
Angekommen in Petrosani haben wir dann ganz schnell die 2 Sattelschlepper ausgeräumt, mit ganz großer Hilfe von 30 Jungen Leuten, die sich so gefreut haben, dass wir da waren – das 1. Mal Gänsehaut. Abends bei der Caritas dann die Vorstellungsrunde aller Teilnehmer – komplett unterschiedlich, aber doch ein Ziel vor Augen, und grundsätzlich sehr harmonisch und positiv. Die Besuche bei den Kindergärten und Schulen waren dann natürlich das Highlight – strahlende Kinder, viel Lachen und Freude, Weihnachtslieder, Gesänge und glückliche Betreuer – wir sollten uns für 2018 vielleicht Überlegen, auch den Betreuern eine Kleinigkeit mitzubringen – steht schon auf meiner to-do-Liste! Die Abende waren super gesellig, wir haben viel gelacht, und sind dann alle Hunde Müde in unseren Stockbetten eingeschlafen! Die Rückreise war durch den nächtlichen Zwischenstopp in Brad auch erträglich und alle haben sich auf das eigene Bett gefreut.

Tobias

Mich hat am meisten berührt die erwartungsvollen Augen der Kinder und das nette miteinander und die Freude über die Päckchen.

Ursula ACT 55

Man muss es erlebt haben

Alle sind schon ganz gespannt und aufgeregt … morgen geht es los … Es wird der größte Konvoi seit 2001.

Westliche Ukraine – 15.000 Weihnachtspäckchen in drei Lkw, ein Lkw mit Krankenhausbedarf und Hilfsmitteln, ein Reisebus und 43 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Moldawien mit der eigenständigen Teilrepublik Gagausien – 10.000 Weihnachtspäckchen in zwei Lkw, ein LKW mit Krankenhausbedarf und Hilfsmitteln, ein Reisebus und 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer

Rumänien – rd. 75.000 Weihnachtspäckchen in 20 Lkw, zwei Reisebusse und 95 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Bulgarien wurde neu in die Konvoiroute aufgenommen und soll derzeit 1.800 Weihnachtspäckchen erhalten, die Logistik erfolgt über Rumänien

Viele Helfer und Mitfahrer sind bereits seit Wochen in Hanau und organisieren den Rest, besprechen die Routen usw.

1. Tag

Um 5:30 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Hanau zum Start des Weihnachtspäckchenkonvoi 2016. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet. Aber erst einmal registrieren, Konvoijacke in Empfang nehmen (rot, wie sollte es auch anders bei ACT sein), Begrüßung, Reden, Scheckübergabe, Pressearbeit usw. Bei kaltem aber bsonnigem Wetter treffen wir uns am Start für den Konvoi. Auch Yvonne vom ACT 42 Bielefeld ist mit dabei. Es stellt sich heraus, dass es der größte Konvoi seit Beginn 2001 ist, den es je gegeben hat in all den Jahren. 106.000 Päckchen – absoluter Wahnsinn und überall sehe ich strahlende Gesichter in roten Konvoijacken, voller Vorfreude. Hier wird der »side by side«-Gedanke gelebt: RT, OT, LC, ACT und viele Freunde des WPK machen dieses Projekt zu etwas Einzigartigem. Alle sind tief bewegt bei dem Anblick der vielen Fahrzeuge des Konvois. Das kann man nicht beschreiben, man muss es einfach einmal miterlebt haben. Die Tour geht über Österreich und Ungarn nach Rumänien. Ca. 1.700 km liegen vor uns. Eine unserer Pausen ist in Passau, wo wir vom LC und RT mit Getränken und Suppe erwartet werden.

2. Tag

Nach vielen Kilometern im Bus und im LKW haben wir die Grenze von Rumänien erreicht. Am Morgen sind wir in der Stadt Arad. Hier teilt sich der Konvoi in die einzelnen Zielgebiete in Rumänien und Bulgarien auf. Unser Ziel der »Konvoigruppe Brasov« ist St. Gheorghe in der Nähe von Brasov (ehem. Kronstadt). Die Caritas organisiert vor Ort die Treffen und stellt eine Halle, zwei Fahrzeuge und ihr Gästehaus zur Verfügung. Zwei Lkw, vier Ladies und acht Herren kommen am Abend dort an und sind gespannt auf die nächsten Tage. Hier treffen wir das erste Mal alle Mitfahrer aus der Gruppe beim gemeinsamen Abendessen und tauschen die ersten Eindrücke und Erfahrungen der Vorjahre aus.

Da sind z. B. Matthias und Georg im ersten Lkw, die leider morgen wieder zurück müssen, aber schon oft die Tour gemacht haben. Den zweiten Lkw fährt Axel (Berufskraftfahrer), der durch einen Arbeitskollegen zum Konvoi gekommen ist und jetzt seit fünf Jahren mitfährt, und seine Tochter Kathrin, die ihren Vater endlich mal begleiten wollte. Der zweite Fahrer ist Kalle (Optiker aus Mölln) der für dieses Projekt brennt seit es den Konvoi gibt und bis auf die erste Tour immer mitgefahren ist. Sabine vom LC 46 ist die wichtigste Person unserer Gruppe. Sie hat die Teamleitung für das Team »Brasov« und war schon vorher für alle organisatorischen Dinge des WPK 2016 zuständig. Zu ihren Aufgaben gehörten Registrierung, Jackenausgabe, Verpflegung während der Fahrt und vieles mehr. Auch sie ist seit langer Zeit dabei. Dann sind da noch die Wiederholungstäter Jan vom OT und Helmut, Rotarier, der durch Tommy zum Konvoi gekommen ist. Frauke vom LC 36, seit 2 Jahren dabei, und ihr Vater Richard, der kurzfristig noch einen Platz ergattert hatte, da jemand ausgefallen ist. Und dann wir beiden »Neuen«: Marcus vom RT, der es noch in seiner aktiven RT-Zeit schaffen wollte, mit dem Konvoi auf Tour zu gehen und zu guter Letzt ich, Sabine vom Tangent Club Deutschland, die das Projekt Weihnachtspäckchenkonvoi schon zu LC Zeiten kennengelernt hatte. Ein Tabler aus Mölln, nämlich Kalle (inzwischen Lions-Club), hatte vor 15 Jahren uns Ladies in Mölln dieses Projekt ans Herz gelegt und seit diesem Zeitpunkt ist der Konvoi ein fester Bestandteil auf dem Jahreskalender bei den Ladies dort, ob ACT oder LC. Wir sind stolz darauf, dass der Tangent Club jetzt offiziell beim Weihnachtspäckchenkonvoi angekommen ist... »side by side« – RT, LC, OT, ACT und Freunde.

3. Tag

Gemeinsames Frühstück und los ging es dann immer zuerst zur Verteilerhalle. Den Lieferwagen packen und ab zu unseren Anlaufstellen: Schulen, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Krankenhäuser, Kinderheime in St. Gheorge, Rotbav, Chililieni, Olteni, Targu Secuiesc und zur Tabaluga Stiftung in Radeln. 2 Lkw wurden entladen und Päckchen verteilt. Hier sagen dann Bilder mehr als Worte. Es ist schwer die Gefühle in Worte zu fassen, man ist hin- und hergerissen und möchte eigentlich noch viel mehr machen. Ungeduldig, voller Elan muss man dennoch die Dinge auf sich zukommen lassen. Eines ist gewiss, strahlende Kinderaugen voller Hoffnung sind einfach unbeschreiblich! Jeder hat seinen »Moment« auf dieser Tour. An einem Abend haben wir uns mit den Tablern vom RT und Club 41 Brasov getroffen, die dieses Projekt ebenfalls unterstützen. Zukünftig wollen wir uns noch enger mit unseren Partnerclubs RT, Club 41, LC und Agora vor Ort vernetzen, um das gemeinsame Potenzial noch besser nutzen zu können.

4. Tag

Abends treffen wir uns alle wieder in der Stadt Arad, denn morgen geht es dann wieder zurück.

5. Tag

Morgens ist Start des Konvois in der Stadt Arad für die Rücktour durch Ungarn und Österreich.

6. Tag

Wir sind vormittags wieder in Hanau, ein kleiner Teil von uns belädt noch einen LKW mit Hilfsgütern für den nächsten Transport von »Kliniken helfen«. Etwas müde, aber glücklich fahre ich nach Hause. Ja und nun? Auf der Fahrt hänge ich lange meinen Gedanken und Erlebnissen nach. Ich glaube, es dauert noch etwas, bis ich alles verarbeitet habe. An einem Abend habe ich in die Runde gefragt: »Was war euer schönster Moment in dieser Woche?«. Es gab viele verschiedene Antworten.

Ich kann nur nochmal sagen, man muss es erlebt haben!

Die strahlenden Kinderaugen, die vielen verschiedenen Helfer »side by side«, egal welchen Alters, welcher Berufe, ob Club oder nicht, alle haben den Wunsch, Kindern zu helfen und für einen Augenblick ein Kind glücklich zu machen, die Gespräche…Mein Gefühl sagt mir, wir haben das Richtige getan. Wir sind der Teil eines großartigen, wunderbaren Netzwerkes, das sich die Zeit nimmt, etwas Glück und Liebe in diese heutige Welt zu tragen. Nach dieser Woche weiß ich, wie gut wir es haben und dass dieser Konvoi nicht mein letzter war. Danke! Danke an alle, die es möglich machen, dass dieser Weihnachtspäckchenkonvoi jedes Jahr wieder auf Tour gehen kann. Nur durch die zahlreichen Helfer und Spender ist der Konvoi zu dem geworden, was er heute ist, für die herzliche Aufnahme in euren Runden, für die Gespräche.

Sabine ACT 47

Ein besonderer Gänsehautmoment

Es ist ganz schön kalt, die Sonne ziert sich noch etwas - im Zentrallager in Hanau. Einige Trucks sind schon da und ich sehe lauter rote Jacken, gelbe Warnwesten… Ja, ist denn heute schon Weihnachten? Fast! Es wuselt nur so von rot gekleideten Ladies und Tablern, die Aufbruchsstimmung ist spürbar, mit Händen greifbar. Einige versuchen sich mit heißem Kaffee, Tee, Eintopf und Würstchen aufzuwärmen. Ständig kommen neue »Rotjacken« hinzu mit ihren Schlafsäcken, Rucksäcken und den allerletzten Weihnachtspäckchen. Ja, die Weihnachtspäckchen! 65.000 Päckchen waren im Vorfeld in Kindergärten und Schulen von Kindern gepackt, von Ladies und Tablern (old and young) eingesammelt, in Depots zwischengelagert und dann nach Hanau gebracht und in die Trucks verladen worden. Alle Anwesenden warten jetzt nur noch darauf, dass es endlich losgeht! Vorher gibt es aber noch einige Ansprachen, aus der ganz klar die von Holger durch seine brillante Eloquenz heraussticht. Holger spricht uns allen aus der Seele, so dass wir Nachredner uns kurz, sehr kurz fassen können! Wir alle sind stolz, Teil dieser »four clubs« zu sein, wir sind berührt von dem Engagement so vieler Ladies und Tabler und empfinden Bewunderung, für diejenigen, die den weiten Weg auf sich nehmen, um Kindern in Rumänien, der Ukraine und Moldawien zu Weihnachten eine Freude zu bereiten und ein Lächeln in die Kindergesichter zu zaubern. Nach den Ansprachen und dem Verteilen des »Weihnachtspäckchenkalenders« als kleines Dankeschön für alle Helfer und den letzten Anweisungen von Nicole an alle Fahrer, ist es endlich soweit. Die Polizei sperrt die Zufahrtsstraße und die 19 Lastwagen, Busse, Transporter und Begleitautos mit 65.000 Päckchen und geschätzten 120 Ladies, Tablern und Fahrern an Bord fahren mit lautem Gehupe und Getöse davon. Es mag pathetisch klingen, aber jeder, der bei der Abfahrt »des Konvois« einmal dabei war, weiß, dass es stimmt: es ist ein besonderer Gänsehautmoment, in dem man sich nur eines wünscht, selbst dabei sein zu können. Eines ist sicher, nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder beim Start in Hanau, eher mit als ohne rote Jacke!

Uschi ACT 46